Montag, 1. August 2011

Hyänen und Vogelspinnen

Heute habe ich unsere Servicekräfte beobachtet. Ich denke der normale Gast bekommt das nicht mit aber folgendes Szenario spielt sich jeden morgen ab.

Die Servicekräfte richten ihre "Stationen" gerade jetzt in der Terrassenzeit sehr wichtg- Besteck, Aschenbecher usw. um sich dann bei mir an die Theke zu setzen. Blick auf die Terrase sitzen nun 3 Servicekräfte- strecken mir Ihren Allerwertesten entgegen und lauern wie die Spinnen, bis sich der erste Gast in "ihren" Netzen fängt.

Und wehe die eine hat einen Gast mehr als die andere - Revierkämpfe entstehen da, welche man nicht für möglich hält.

Eigentlich sollten wir doch alle auf das gleiche Ziel hin arbeiten- SIE also unsere Gäste sollen sich wohlfühlen - egal wer Sie bedient. Ob der Lehrling oder der Restaurantleiter - Sie bezahlen das gleiche Geld für ihr Steak.

Freitag, 29. Juli 2011

Schöner Tisch

Ungefähr 80 % der Reservierungenin unserem Hause beinhalten entweder den Satz "Ich will aber unseren Tisch" - und die Menschen sind dann tödlich beleidigt wenn man nicht sofort weiss, welcher Tisch gemeint ist - Zur Erklärung :
Es erfordert eine unheimliche Buchhaltung sich bei ca. 50 Stammkundenkontakten in der Woch macht dann 52*50 ca. 2600 Tischplatzreservierungen bzw. eine Bürokraft zur Verwaltung - also haben sie bitte Verständnis wenn wir nachfragen.

Der zweite Satz ist dann "aber bitte einen schönen Tisch" - das ist eine sehr subjektive Ansicht - wo mein Lehrling am Telefon vielleicht sitzen möchte muss nicht der lieblingsplatz des Gastes sein.

Der Höhepunkt ist dann - WENN WIR DIESEN TISCH NICHT BEKOMMEN GEHEN WIR ???

Wollen SIe einen schönen Tisch müssen Sie ins Möbelhaus - wollen Sie gut essen und nett bedient werden SEIEN SIE HERZLICH BEI UNS WILLKOMMEN

Freitag, 3. September 2010

Unsere Sprache II

Habe heute eine neu Berufsbezeichnung gehört:
Schoppenschlepper
Na dann Prost, kann ich da nur sagen!

Montag, 30. August 2010

Frischer Fisch

"Ist der Fisch auch frisch?"
" Euer Lachs ist doch Wildfang, oder?"
"Bei ihnen kann ich doch mit fang frischen Fisch rechnen!"
und so weiter und so weiter.
Ein Dorsch-Filet an der Ostsee bestellt ist frisch.
Niemand stellt das in Frage.
Im Allgäu sind diese Fragen Standart.
In der heutigen Gastronomie sind die Produkte auf einem frische Niveau welches sie zu Hause nicht ereichen können.
Der Gesetzgeber hat in dieser Richtung, die letzten 20 Jahre, eine Menge getan.
Grundsätzlich wird in der Gastronomie die Kühlkette nicht unterbrochen. Die Kontrollen sind sehr stark. Wir Mitarbeiter müssen Schulungen besuchen (HACCP zum Beispiel).
Die Zulieferer haben LKW´s mit top Kühlgeräten und auch deren Mitarbeiter sind gut geschult.
Interessanter weise stellen die frische Frage immer unsere Damen am Tisch.
Ein Schelm wer arges dabei Denkt!

Freitag, 27. August 2010

Oktoberfest

Bald ist wieder Wiesen Zeit.
Wenn sie dieses Jahr, als Besucher, auf das Oktoberfest gehen, dann nehmen sie sich einmal die Zeit und riskieren einen Blick hinter die Kulissen.
In den verschiedenen Fest Zelten passen bis zu 10.000 Gäste.
Alle haben durst und wollen Bier, fast jeder bestellt eine Mahlzeit.
Wenn sie in ein Zelt kommen und einmal außen entlang laufen können sie in die Küchen schauen.
Hähnchengrill in größen das einem die Augen Tränen.
Heerscharen von freundlichen(!) Bedienungen welche Tonnen von Bier schleppen.
Das beste daran ist, daß sie nie lange auf ihr Bier oder Essen warten müssen.
Für diese Leistung sind die Preise, in meinen Augen, moderrat.
Ich muß aber leider gestehen "Ich bin ein Fan"

Donnerstag, 26. August 2010

Kinder - Kinder

Unsere kleinen sind die Gäste der Zukunft!
In dieser "Zukunft" werde ich nicht mehr arbeiten. (Hoffe ich)
Wenn Mütter mit ihren Kindern ein Kaffee oder Restaurant besuchen, bietet sich ein interessantes Schauspiel.
Eine Mutter mit zwei Kindern (1 Jahr und 4 Jahre) betritt das Lokal. Sofort herrscht höchste Alarmstufe bei uns Bedienungen.
Denn unsere Mutter sucht sich immer die engste Möglichkeit um sich zu Platzieren. Wir versuchen dann, mit aller uns zur Verfügung stehenden Höflichkeit (und der geballten Faust in der Tasche), unserer Mutter den richtigen Platz zu stellen. Natürlich gefällt ihr dieser Platz nicht und wir müssen einen faulen Kompromiss eingehen. Sie sitzt in der Mitte des Restaurants, der Kinderwagen stösst an den Nachbartisch und ist damit unverkäuflich. Dem 4 Jährigen "Maximilian" werden die Schuhe ausgezogen damit er schöhn auf den Sitzpolstern, laut jauchzend, springen kann. Herrlich, in meine Station setzt sich nun kein neuer Gast, die Kolleginen freuen sich.
Die Mutter reicht mir nun "das Gläßchen". Ich habe ja zeit, da kein Gast mehr bei mir sitzt. In der Küche sind sie fair und machen das Gläßchen schrittwarm.

Mittlerweile hat unser kleiner "Maximilian" entdeckt, das er mit seinen Strümpfen über unseren Boden schlittern kann.

Da unsere Mutter genau rechnen kann hat sie ein Glas Leitungswasser für die Kinder bestellt, sie selbst möcht erst nach dem Essen (Tagesessen) etwas Trinken.
Ich versuche diese Bestellung sehr zeitnahe zu servieren, je früher sie fertig ist um so eher habe ich wieder Gäste.
Diese Idee stellt sich als Bumerang heraus.
Nach dem servieren des Tagesessens mit Räuberteller für Maximilian" stelle ich fest das unser 1Jähriger noch nicht mit dem Gläßchen fertig ist. Das heißt, "Maximilian" beginnt mit dem Essen und kleckert, unsere Mutter nimmt eine Gabel von ihrem Essen und muss sofort unsere 1 Jährigen ein Löffelchen von seinem Brei geben. "Maximilan" fällt vom Stuhl und weint. Dieses Schauspiel dauert über eine halbe Stunde.
Ich räume die 2 Teller und das Gläßchen ab. Die Mutter bestellt einen Milchkaffee.
Ein jeder kann sich vorstellen was jetzt passiert.
Sie können es nicht?
Die Mutter ist so erschöpft von diesem Stress das sie sich eine Auszeit nimmt und ihren Milchkaffee schlürft.
In diesen 20 Minuten schlägt die Zeit unseres "Maximilian"
Die Mutter übergibt uns die Aufsichts - Pflicht.
Mit Engelszungen versuchen meine Kollegen "Maximilian" zu bändigen. Ihre Stationen sind gut besucht und sie stolpern, vollbeladen um unseren kleinen herum. Ich freue mich ein wenig (Schadenfreude)
Wenn schon keinen Umsatz dann wenigstens einen kleine Genugtung.
Unsere Mutter hat sich nun genug erholt und ruft ihren "Maximilian" zu sich. Ich werde gerufen und bringe gleich die Rechnung mit.
Nach dem unsere Mutter gegangen ist hole ich Handfeger und Schaufel, einen kleinen Eimer mit warmen Wasser und einen Schuss Spülmittel. nach 5 Minuten ist alles wieder in Ordnung.
Wollen sie Wissen was an dieser Geschichte gelogen war.
Der junge hieß Leon

Dienstag, 24. August 2010

Die Legende

"Herr Ober in meiner Suppe ist ein Haar".
Gäste gehen immer davon aus,daß ein Haar in oder auf den Speisen, von dem Personal stamme. (ausnahmen bestätigen die Regel)
Ich garantiere ihnen, das Haare im Essen immer vom Gast stammen.
Wie ich darauf komme?
Älteres Service Personal hat, wie beschrieben, Zementartig Haarspray auf dem Kopf.
In der Küche ist eine Luft, getränkt mit Fritoesen Fett, welches wie Zementartiges Haarspray wirkt.

Ja, denken sie,
es gibt auch Körper Behaarung und natürlich den Intimbereich.

Köche sind Schweine und haben außer der Arbeit nur noch eines im Schädel.Wie komme ich an die Bedienung (oder sonst wen) ran.
Das heißt, sie sind komplett Rasiert immer in freudiger Erwartung.
Im Service hoffen alle Mitarbeiter auf "den Mann " ihrer Träume. Es macht übrigens keinen Unterschied zwischen Kellner und Bedienung, beide hoffen auf "den Mann"!
Aufgrund dieser, oben, beschriebenen Situation ist es einfach unmöglich das auch nur ein Haar sich auf ein Essen verirrt.
Hier dazu eine Anzeige aus einer großen Tageszeitung:
Wunderschöner Mann, 1,87 Meter groß, sportlich, Kinder und Katzen liebend, vermögend, kuschelfreudig und romantisch sucht gutgläubige Sie.

Sonntag, 22. August 2010

Viel Lärm um nichts

Macht sich jemand, der unser Berufsbild nicht kennt eigentlich seine Gedanken was wir alles tun, damit Sie sich wohlfühlen.

Wir hatten eine große Veranstaltung mit Hunderten von Leuten, hochoffizielle Empfänge. Grußworte von allen politischen Oberhäuptern. Wir haben den Empfang koordiniert.

Wo stehen die Stehtische ? ( das war 1 Stunde Arbeit, die so zu platzieren, dass es toll aussieht)

Wie wird das Büffet aufgebaut - Welche Speisen stehen wo ?

Wie schaffen wir es, dass mindetens 200 Leute innerhalb von 5 Minuten (cirka) alle ein Glas Sekt haben ( Zum Anstoßen)

Wo platzieren wir das Besteck, dass jeder sofort ein Besteck hat, wenn er sein Essen hat ?

Wo platziere ich die Kaffeetassen strategisch günstig ?

Die große Maxime der Veranstaltung :

BEVOR DER GAST AUSSPRICHT WAS ER MÖCHTE HABEN WIR IHM DEN WÜNSCH SCHON ERFÜLLT.

Für diese Dienstleistung werden wir bezahlt ? ( mehr oder weniger)
Das zeichnet die FACHLEUTE aus ( wir haben eine abgeschlossene Ausbildung und bei der IHK eine Prüfung abgelegt).

Beim Automechaniker zahlen Sie, ohne mit der Wimper zu zucken 50 € und mehr für eine Arbeitsstunde.

Bei uns sind 15,50 € pro Stunde schon zuviel !!!!!

Vielleicht denken Sie bei ihrem nächsten Empfang oder ihrer Feier daran, dass sich Fachleute um sie kümmern. Und vielleicht das der Grund ist, warum Sie sich gerade so sauwohl fühlen.

Wenn der Regen kommt

Während einer Terrassen/Biergarten Saison kommt es immer wieder einmal vor,dass es regnet. Der Himmel verdunkelt sich, starker Wind kommt auf. Die Vorboten eines Orkans.
Die Gäste erkennen natürlich die Situation und platzieren sich,wie selbstverständlich auf der Terrasse/Biergarten. Die älteren Bedienungen schicken die jüngeren raus mit der Begründung "Mit meinen Haaren ist es unmöglich diese Gäste zu bedienen".

Der Kollege bringt die Karten an den Tisch und nimmt gleichzeitig die Getränkewünsche entgegen. Beim zurücklaufen wird mit dem Abbau der beweglichen Teile, Blumen, Aschenbecher, Besteckteller usw. begonnen.
Der Chef kommt hektisch aus seinem Büro und frägt laut warum die Terrasse noch nicht abgebaut sei. In diesem Moment setzt der erste Regen ein. Jetzt beginnt das Chaos. Die Gäste fliehen vor dem leichten Regen als ob der Leibhaftige hinter Ihnen sei (Vermuttlich wegen der Frisur). Der Chef treibt alle an die Terrasse abzubauen- außer unsere "Haar Damen" natürlich!

Inzwischen machen unsere Gäste lauthals bemerkbar wegen ihrer fehlenden Getränke.

Dieses Szenario wieder holt sich jeden Sommer.
Versuche unsere Gäste, mit kritischen Blick in den Himmel, im Lokal zu platzieren, sind seit ich Bediene, fehlgeschlagen.

Es dauert aber nicht mehr lange und ich darf endlich sagen
"Es tut mit leid liebe Kollegin, aber mit meiner Frisur ist es unmöglich, jetzt auf der Terrasse zu bedienen"

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